Piber Einst und Jetzt
Die Lipizzaner
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Piber einst und jetzt
 
Der Ortsname "Piber" dürfte keineswegs auf das Nagetier "Biber" zurückzuführen sein. Es ist auch kaum anzunehmen, daß die Nager mit den Schwimmfüßen auf der Anhöhe häufiger als sonstwo in unserer Gegend vorkamen, zumal sich die Sumpfgebiete des "Pybertales" an den Ufern der Kainach und des Gradnerbaches erstreckten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Ortsname aus dem gotischen Wort "Biburg" (Lager, Befestigung) gebildet, was auf eine sehr frühe Wehranlage zum Schutze der Alpenübergänge schließen läßt.
 
   
Die uralte Siedlung Piber, heute ein Stadtteil von Köflach, hat eine ehrwürdige und interessante Vergangenheit, die jahrhundertelang mit dem Werden und Schicksal unserer Satdt verbunden ist.
Markgraf Adalbero von Eppenstein (später Herzog von Kärnten), der dem Kaiser Otto III. das weite Waldland am Fuße der Stubalpe geschenkt hatte, berief bairische Siedler in dieses Gebiet, die gemeinsam mit seinen Untertanen den Wald zu roden und die zahlreichen Sümpfe trockenzulegen begannen.
   
Markgraf Markwart setzte das Kolonisationswerk seines Vaters fort. Schon 1066 wurde die 1060 erbaute, dem heiligen Andreas geweihte Kirche zum ersten Mal urkundlich genannt, als ihr Erzbischof Gebhard von Salzburg die vom Markwart erbetenen kirchlichen Rechte verlieh, "das Recht zu taufen und zu begraben, geistliches Recht zu sprechen und den Bann, sowie das gabze geistliche Regiment über Freie und Hörige".
Kurz vor seinem Tode begann Markwart die Gründung des Klosters des hl. Lambert (St. Lambrecht), die sein Sohn Heinrich 1096 vollendete.
   
Ottokar von Böhmen entschädigte das Stift St. Lambrecht für die Grundstücke im Pibertal, die für die Anlage der "aus wilder Wurzel" entstandenen Siedlung Voytsperch in Besitz genommen waren, durch Land- undGütertausch.
Die Pfarrkirche St. Margarethen (Voitsberg) wurde von Piber unabhängig. Pfarrer Konrad von Chainach ließ 1433 "das Gemäll im Sarger" malen und sein Bild in einem Fenster in der Sakristei anbringen.
In Wiener Neustadt trennte 1414 Herzog Ernst die Pfarre Piber von der Diözese Seckau wieder ab und gab sie "auf ewig" dem Stifte St. Lambrecht zurück, welche dem römischen Stuhl unmittelbar untergeben war.
   
Die pferdezüchterische Tätigkeit im Pibertal fand 1507 zum ersten Mal schriftliche Erwähnung.
Die Lipizzaner kamen dann 1920 von Laxenburg nach Piber. Die Gestütleitung veranlaßte vorsichtshalber 1942 die Überstellung der Lipizzaner in das Remontenamt Hostau im Böhmerwald.
Von 1942 - 1945 war das Gestüt Heeres-Fohlenaufzuchtsamt. Anfang April wurde das Schloß kurzfristig Kiegslazarett für Schwerverwundete. Gleichzeitig brachte die Gestütleistung den gesamten Tierbestand an Pferden und Rindern, sowie wertvolle landwirtschaftliche Maschinen und Geräte in einem fünf Tage dauernden Treck vor den herannahenden Feinden nach Kärnten in Sicherheit.
   
Am 9. Mai besetzten engliche Truppen Piber. Eine Kavallerie- und eine Artillerieeinheit quartierten sich im Schloß ein. Kurz vor Weihnachten verließen die englischen Soldaten den Ort.
Zur großen Freude der Bewohner von Piber und aller Pferdefreunde aus nah und fern kehrten im Frühling auch die "weissen Rosse" aus der amerikanischen Zone wieder heim.
Die Katastralgemeinde Piber wurde am 1. Jänner 1952 der Großgemeinde Köflach eingegliedert. Damit wurde sie ein Stadtteil jenes Ortes, der 6 Jahrhunderte lang von Piber abhängig gewesen war.
 

Die Lipizzaner

Die Kinderstube der weissen Pferde ...

Piber ist jener Ortsteil von Köflach, der zweifellos eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Österreichs birgt.
Inmitten der reizvollen weststeirischen Naturlandschaft, in der das Gestüt Piber liegt, wird der ältesten Kulturpferderasse Europas eine standesgemäße Heimat geboten.
Hier werden die Lipizzaner auf ihren stolzen Einsatz in der weltberühmten Spanischen Reitschule in Wien vorbereitet. Piber ist aber mehr als nur ein besonderes Gestüt.

Das Renaissanceschloß Piber wurde zwischen 1696 und 1716 nach den Plänen des italienischen Architekten Domenico Sciasso erbaut. Das Lipizzanermuseum wird von Gästen aus aller Welt besucht und im prachtvollen Innenhof werden den ganzen Sommer über zahlreiche Konzerte veranstaltet.

   
Steirische Landesausstellung 2003: "Mythos Pferd"
   
Piber bei Köflach 1. Mai bis 26. Oktober
Die Landesausstellung "Mythos Pferd" soll die Entwicklung des Pferdes und seine große Bedeutung für den Menschen in vielerlei Hinsicht darstellen. Bei einem Streifzug durch die Kulturgeschichte des Pferdes warten auf die Besucher einzigartige Exponate.
Als Abrundung und Ergänzung der Ausstellung wird es ein eigenes Rahmenprogramm mit Sonderausstellungen, pferdespezifischen und kulturellen Großveranstaltungen, Tagungen, etc. geben.
   
Interessante Links
   
Piber
Köflach
Der Lipizzanerlauf.at